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Der normale Geburtsverlauf teilt sich in drei Abschnitte ein:
1. Die Phase, in der sich der Muttermund so weit eröffnet, dass das kindliche Köpfchen hindurchtreten kann (Eröffnungsperiode)
2. Die Phase, in der das kindliche Köpchen durch das Becken tritt bis zur Geburt des Kindes (Austreibungsperiode)
3. Die Phase zwischen der Geburt des Kindes und der Ausstoßung der Nachgeburt (Nachgeburtsperiode)
Die Eröffnungsperiode
Die Geburt beginnt nach anfangs meist noch unregelmäßiger Wehentätigkeit mit dem Auftreten von regelmäßigen Wehen ca. alle 3 – 6 Minuten. Der Muttermund öffnet sich durch den Druck, den die Wehen von oben ausüben. Bei Frauen, die das erste Kind bekommen, dauert die Eröffnungsperiode ca. 7-10 Stunden, bei Mehrgebärenden ist sie meist kürzer. Wenn die Fruchtblase noch nicht vorher gesprungen ist, springt sie meist zum Ende der Eröffnungsperiode. Damit Sie trotz der Schmerzen nicht verkrampfen, zeigt Ihnen die Hebamme Atmungstechniken. Sie können auch ein Entspannungsbad nehmen oder sich bewegen, wenn Ihnen das gut tut. Außerdem können verschieden Schmerzmittel oder die Periduralanästhesie eingesetzt werden, um Ihnen die Eröffnungsphase zu erleichtern.
Die Austreibungsperiode
Sobald der Muttermund vollständig eröffnet ist, kann der Durchtritt des Köpfchens durch das mütterliche Becken beginnen. Bei Frauen, die das erste Kind gebären, ist das Gewebe im Becken noch nicht vorgedehnt, so dass die Austreibungsphase bis zu 1-2 Stunden dauern kann.
Bei Mehrgebärenden kann sie dagegen manchmal nur Minuten dauern. Diese Phase kann für das Baby auch etwas anstrengend sein, so dass in dieser Phase immer mittels CTG überprüfen, dass es Ihrem Baby gut geht. Wenn das kindliche Köpfchen durch die Wehen in Richtung Beckenboden gedrückt wird, beginnt der Preßdrang. Die Hebamme leitet Sie in dieser Geburtsphase dazu an, Ihre Kräfte möglichst effektiv einzusetzen, um Ihr Kind zu gebären. Wenn das Köpfchen den Beckenausgang erreicht hat, sollte nicht mehr gepreßt werden, damit es nicht zu Dammverletzungen kommt. Das kann man durch sehr schnelle Atmung (Hecheln) erreichen. Nach der Geburt des Köpfchens wird die nächste Wehe abgewartet, dann werden die Schultern und der Körper geboren.
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Die Nachgeburtsperiode
Wenn Ihr Baby geboren ist, wird die Nabelschnur unterbunden. Wir freuen uns, wenn entweder Ihr Partner oder Sie selbst die Nabelschnur durchtrennen. Damit Sie Ihr Kind in aller Ruhe auf dieser Welt begrüßen können, legen wir es direkt nach der Geburt nackig auf Ihren Bauch. Die nächsten Minuten gehören nur Ihnen und Ihrem Kind, damit Sie diesen Moment richtig genießen können. Wenn es Ihnen und Ihrem Baby gut geht, kann es für die nächste Stunde auf Ihrem Bauch bleiben, bevor es gewogen und gemessen wird. Wir möchten die erste Zeit, die Sie mit Ihrem Baby verbringen, wenn möglich nicht stören.
Die Geburt ist beendet, wenn die Nachgeburt (Plazenta) geboren ist. Dies kann bis zu einer Stunde nach der Geburt des Kindes dauern. Die Hebamme überprüft, ob die Nachgeburt vollständig ist und ob es zu einer Geburtsverletzung gekommen ist, die eventuell versorgt werden muss. Nach der Geburt bleiben Sie noch etwa zwei Stunden im Kreißsaal, um sich etwas auszuruhen, bis Sie zusammen mit Ihrem Baby auf die Wochenstation verlegt werden.

