Der Kaiserschnitt

Was ist ein Kaiserschnitt?

Wann erfolgt eine Entbindung per Kaiserschnitt?

Wie wird ein Kaiserschnitt durchgeführt?

Welche Narkose wird beim Kaiserschnitt gemacht?

Welche Risiken hat ein Kaiserschnitt?

Wie lange muss man nach einem Kaierschnitt im Krankenhaus bleiben?

Kann man nach einem Kaiserschnitt normal entbinden?

Wann darf man nach einem Kaiserschnitt wieder schwanger werden?

Thema: Kaiserschnitt auf Wunsch

 

Was ist ein Kaiserschnitt?

Der Begriff Kaiserschnitt (lateinisch Sectio caesarea) kommt vom lateinischen Verb caedere = schneiden, und nicht, wie oft fälschlich angenommen, von der angeblichen Schnittentbindung Julius Caesars.

 

Heutzutage ist der Kaiserschnitt eine Routineoperation und immer mehr Kinder kommen in den Industrieländern auf diesem Wege zur Welt. In einer Klinik wie dem Perinatalzentrum Itzehoe, das viele Risikoschwangerschaften betreut, liegt die Kaiserschnittrate derzeit bei ca. 30 %. Damit ist der Kaiserschnitt die am häufigsten bei uns durchgeführte geburtshilfliche Operation. Sie dauert ca. 30 Minuten, wobei das Kind schon wenige Minuten nach Operationsbeginn geboren wird. Obwohl heutzutage das Komplikationsrisiko für die Mutter sehr gering ist, ist es doch immer noch höher als nach einer normalen Geburt. Daher sollte ein Kaiserschnitt nicht ohne Grund durchgeführt werden.

 

Wann erfolgt eine Entbindung per Kaiserschnitt?

Man unterscheidet zwischen einem geplanten Kaiserschnitt (primärem Kaiserschnitt) und dem Kaiserschnitt während des Geburtsverlaufs (sekundärer Kaiserschnitt), der dann durchgeführt wird, wenn im während einer Geburt Komplikationen eintreten, die die Gesundheit von Mutter oder Kind gefährden.

 

Gründe für einen geplanten Kaiserschnitt können sein:

· Lageanomalien des Kindes wie Steiß- oder Querlage

· eine Plazenta praevia, d.h. der Mutterkuchen liegt vor dem inneren
  Muttermund

· wenn das Kind schon vor der Geburt mittels Ultraschall als sehr schwer
  geschätzt wird (Makrosomie)

· bei manchen Frühgeburten und Mehrlingsschwangerschaften

· bei bestimmten mütterlichen oder kindlichen Erkrankungen

 

Wenn es bereits während der Schwangerschaft ersichtlich ist, dass solche Gründe für einen Kaiserschnitt bei Ihnen bestehen, wird Ihr betreuender Frauenarzt Sie am Ende der Schwangerschaft in unserer Sprechstunde anmelden. So können wir gemeinsam und in Ruhe die Geburt Ihres Kindes per Kaiserschnitt  vorbereiten.

 

 

Ein sekundärer (sekundär = unter der Geburt bei Wehentätigkeit) Kaiserschnitt wird durchgeführt:

· wenn die Herztonaufzeichnung (CTG) oder andere Untersuchungen
  während der Geburt auf eine Gefährdung des Kindes hinweisen

· wenn es trotz unterstützender Maßnahmen zu einem Geburtsstillstand
  kommt.

 

Sollte sich während des Geburtsverlaufes herausstellen, daß ein Kaiserschnitt wahrscheinlich oder notwendig ist, wird der betreuende Arzt Sie so früh wie möglich darüber informieren. Bei dringenden Notfällen ist es möglich, daß von der Entscheidung zum Kaiserschnitt bis zur Geburt des Kindes nur wenige Minuten vergehen.

 

 

Wie wird ein Kaiserschnitt durchgeführt?

Damit ein Kind per Kaiserschnitt zu Welt kommen kann, müssen alle Schichten der Bauchwand sowie die Gebärmutter eröffnet werden. In unserer Klinik verwenden wir dazu eine Methode, die auch als der „sanfte Kaiserschnitt“ nach Misgav-Ladach (einem Krankenhaus in Jerusalem) bekannt geworden ist. Dabei wird das Gewebe soweit wie möglich geschont. Dies führt zu einer kürzeren Operationszeit, einem geringeren Blutverlust und weniger Schmerzen nach dem Eingriff. Für die Zeit der Operation bekommen Sie einen Blasenkatheter gelegt, der danach sobald wie möglich wieder entfernt wird. Normalerweise werden keine Wundschläuche (Drainagen) gelegt.

 

 

Narkoseformen

Bei einem geplanten Kaiserschnitt wird wenn vertretbar immer eine Spinalanästhesie durchgeführt. Diese Narkoseform hat den Vorteil, dass sie regional (nur „vor Ort“) wirkt, d.h. die Narkosemittel gelangen nicht in Ihren Kreislauf und damit auch nicht zu Ihrem Kind. Bei dieser Narkoseform kann Ihr Partner Sie in den Operationssaal begleiten. Sie sind während der Operation wach und schmerzfrei und können gemeinsam die Geburt Ihres Kindes erleben.

Auch ein sekundärer Kaiserschnitt wird, soweit möglich, in Regionalanästhesie gemacht. Falls während des Geburtsverlaufs schon ein Periduralkatheter (Link PDA) gelegt wurde, kann dieser genutzt werden. In den Fällen, in denen es einmal schnell gehen muss, wird immer eine Vollnarkose gemacht.

 

 

Welche Risiken hat ein Kaiserschnitt?

Im Vergleich zu einer normalen Geburt kommt es bei einem Kaiserschnitt zu einem erhöhten Blutverlust. Durch die Operation wird das Thromboserisiko etwas erhöht, das in der Schwangerschaft und im Wochenbett allerdings ohnehin besteht. Um diesem Risiko vorzubeugen, müssen Sie während der Operation und für einige Tage danach Kompressionsstrümpfe tragen und Sie erhalten blutverdünnende Medikamente.Es besteht das Risiko einer Infektion im Wundgebiet oder im ganzen Körper (Sepsis), in diesem Fall kann die Gabe von Antibiotika nötig sein. Organe, die in der Nähe der Gebärmutter (Darm, Blase oder Harnleiter) liegen, können während der Operation verletzt werden.

 

 

Wie lange muss man nach einem Kaierschnitt im Krankenhaus bleiben?

Direkt nach der Operation werden Sie wie jede Frau, die ein Kind geboren hat, zunächst für ca. zwei Stunden im Kreißsaal betreut. Danach werden Sie auf unsere Entbindungsstation verlegt, wo Sie von den Schwestern versorgt werden. Meistens noch am Tag der Operation auf jeden Fall aber am ersten Tag danach, werden Sie zusammen mit einer Schwester das erste Mal aufstehen. Dies ist vor allem zur Vorbeugung von Thrombosen wichtig. In der Regel fühlen sich die meisten Patientinnen ca. fünf Tage nach einem Kaiserschnitt so wohl, daß sie nach Hause entlassen werden können. Wann Sie nach Hause gehen wird durch Sie und Ihr Wohlbefinden bestimmt.

 

 

Kann man nach einem Kaiserschnitt normal entbinden?

Grundsätzlich ist nach einem Kaiserschnitt eine normale Entbindung möglich, es sei denn, der Grund für den Kaiserschnitt besteht auch während der folgenden Schwangerschaft fort. Wenn Sie nach einer vorangegangenen Kaiserschnittentbindung wieder ein Baby erwarten, können Sie sich bei Ihrem Frauenarzt oder in unserer Sprechstunde über den Geburtsmodus beraten lassen.

In den seltenen Fällen, in denen ein Längsschnitt an der Gebärmutter gemacht wurde, ist von einer normalen Geburt abzuraten, da das Risiko besteht, daß die Narbe unter Wehenbelastung reißt. Ob ein Quer- oder Längsschnitt durchgeführt wurde, wird im Operationsbericht dokumentiert, den Ihr Frauenarzt in Kopie erhält.

 

 

Wann darf man nach einem Kaiserschnitt wieder schwanger werden?

Damit alle Nähte gut verheilen und den Belastungen einer erneuten Schwangerschaft standhalten, sollte man ca. ein Jahr bis zur nächsten Schwangerschaft vergehen lassen. Danach ist eine Schwangerschaft ohne erhöhtes Risiko möglich.

 

 

Kaiserschnitt auf Wunsch?

 

Der Kaiserschnitt auf Wunsch wurde aktuell sehr diskutiert. Einige Frauen können sich eine normale Geburt nicht vorstellen und haben sehr viel Angst vor einer normalen Geburt und wünschen deshalb die Entbindung per Kaiserschnitt.

 

Diesem Wunsch gehen wir natürlich nach und würden gerne, falls Sie diesen Wunsch haben, mit Ihnen vorab ihre ganz persönliche Situation besprechen. Unsere Erfahrung ist, dass man viele Bedenken in einem Gespräch auflösen kann und Ängste sich damit zumindest verringern.