Mit großer Freude und Stolz durfte unsere Klinik am 20. Juni 2005 die Auszeichnung „Babyfreundliches Krankenhaus“ als 21. Klinik in Deutschland und erste in Schleswig-Holstein entgegennehmen.
Die Plakette von WHO und UNICEF mit dem Picasso-Motiv „Maternity“ wurde in einem festlichen Rahmen durch die TV-Moderatorin Eva Herman und dem Ersten Vorsitzenden der WHO/UNICEF–Initiative Dr. Michael Abou-Dakn überrreicht.
Vorraussetzung für diese Auszeichnung ist, dass die Klinik nach einem ganzheitlichen Konzept arbeitet und den Qualitätsstandard für „Stillfreundliche Krankenhäuser“ (www.stillfreundlich.de) erfüllt.
Dies wurde im März 2005 von einem Gutachterteam der WHO/UNICEF-Initiative anhand strenger Kriterien überprüft.
Warum die Initiative "Babyfreundliches Krankenhaus"?
Obwohl die Vorteile des Stillens für Frauen und Kinder unbestritten sind, werden weltweit, und auch in Deutschland, immer weniger Babys gestillt. Wichtige Kenntnisse über Stillen, Stilltechniken werden immer weniger von Generation zu Generation weitergegeben. Das Stillen hat seine Selbstverständlichkeit verloren, wir haben keine Stillkultur mehr. Geburtskliniken nehmen beim Stillbeginn und Stilldauer eine Schlüsselstellung ein, weil der größte Teil der Babys in einer Klinik zur Welt kommt.
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Wie wird man als Klinik "babyfreundlich"?
Natürlich ist eine Klinik nicht von heute auf morgen „stillfreundlich“.
Wir als Team von Ärzten, Schwestern und Hebammen haben einen
Prozeß der Umgestaltung von Krankenhausroutinen vorangebracht und umgesetzt. Dazu war es auch notwendig das gesamte Personal in Theorie und Praxis zu schulen, das alte Wissen neu zu beleben und wissenschaftlich zu unterlegen.
Der eine oder andere erinnert sich noch an Routinemaßnahmen, wie die Trennung von Mutter und Kind, weil ja Beide ihre „Ruhe“ brauchen oder an das routinemäßige Zufüttern, weil ja noch keine Milch da ist.
Heute weiß man, dass durch die Mutter-Kind-Trennung der Bindungprozeß zwischen Mutter und Kind gestört wird und Beide die Nähe brauchen um sich schnell „kennenzulernen“. Auch ist die störungsfreie Etablierung der Milchbildung von einem ungestörten Kontakt abhängig. Man weiß heute auch, dass die Milch von anfang an für das Baby reicht, das Zufüttern unnötig ist und nur die Milchbildung stört.
Routinen aufzubrechen und neue Standards zu etablieren ist ein eingreifender Prozeß in den Klinikalltag. Mit viel Fleiß und einem guten Konzept konnten wir innerhalb von drei Jahren eine Stabilität im Arbeitsprozeß erreichen, so dass wir uns der Begutachtung stellen konnten.
Wir wünschen uns als Team von Ärzten, Schwestern und Hebammen, dass wir mit unserer Arbeit Familien einen guten Start mit dem neuen Baby, mit dem neuen Familienmitglied, ermöglichen. Die sensible Phase des ersten Kontaktes mit dem Neugeborenen soll so störungsfrei wie möglich verlaufen.
Wir wollen Familien ermutigen durch gute Aufklärung, Informationen und Unterstützung Ihr Baby zu stillen, damit Mutter und Kind die vielen Vorteile des Stillens genießen können. Frauen sollen „Vom Glück des Stillens“ (Titel des Buches von Eva Herman) erzählen können und somit die nächste Generation ermutigen ihr Baby zu stillen. Nur so kann wieder eine Stillkultur wachsen und entstehen.
