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Das Harnsteinleiden hat in Wohlstandsländern den Charakter einer Volkskrankheit. Über 5 %, in einigen Regionen bis zu 10 % aller Menschen bilden in den Nieren Harnsteine aus. In Schleswig-Holstein bestehen die Steine etwa zu 80 % aus Calciumoxalat. Diese können nicht mit Medikamenten aufgelöst werden. Bei einer anderen „Steinsorte“ ist dies möglich: bei Harnsäuresteinen. Sie kommen in unseren Regionen bei 10 % der Steinpatienten vor.
Etwa 85 % aller Harnsteine gehen spontan ab, meist mit, manchmal auch ohne Koliken. Die übrigen 15 % der Quälgeister müssen meist im Krankenhaus behandelt werden.
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Bis vor 25 Jahren wurden nicht abgangsfähige Nierensteine durch eine Schnitt-Operation entfernt. Tief sitzende Harnleitersteine konnten zum Teil mit einer Steinschlinge extrahiert werden. 1980 wurde in München zum ersten Mal beim Menschen ein Harnstein von außen zertrümmert (ESWL). Dabei wurde der Stein durch fokussierte Stoßwellen desintegriert, so daß die Kleinteile auf natürliche Weise abgehen konnten. Diese Technik revolutionierte die Steintherapie. |
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Nahezu gleichzeitig wurden noch endoskopische Techniken eingeführt : Durch Harnleiter- und Nierenspiegelung können Steine elegant extrahiert oder innerlich zertrümmert werden.
In unserer Klinik werden offene Steinoperationen nur noch in Sonderfällen durchgeführt.
Nierensteine werden bei uns z.Z. durch piezoelektrische Energie (EPL) von außen lithotripsiert.
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Bei größeren Nierensteinen sind häufig mehrere Zertrümmerungsbe-
handlungen notwendig. Deshalb ist es bei Steinen über 2 cm Durchmesser
oft zielführender, den „Halunken“ direkt per Schlüssellochchirurgie (perkutane Litholapaxie) zu entfernen.
Harnleitersteine behandeln wir ebenfalls direkt endoskopisch (URS = Ureterorenoskopie). Dabei können diese Steine mit einem Fangkörbchen heraus-gezogen oder zunächst endoskopisch unter direkter Sicht zertrümmert werden. Dazu steht uns seit Ende 2005 auch ein modernes Lasergerät zur Verfügung (Holmium-Laser).
