In der Regel heilen Wunden ohne fremde Hilfe ab!
Dieses ist aber bei über 1 Million Menschen jeglichen Alters in Deutschland nicht der Fall!
Sie leiden an einer chronischen Wunde. Die Ursachen hierfür sind vielfältig.
Einerseits können Durchblutungsstörungen der Schlagadern zu offenen Beinen führen, die erst nach Wiederherstellung einer optimalen Durchblutungssituation zur Abheilung kommen, andererseits führen Krampfadern oder Abflussstörungen der Venen nach stattgehabter Thrombose zu Schädigung der Haut bis hin zum offenen Bein, dass dann einer speziellen Therapie bedarf. Des Weiteren bietet die Zuckerkrankheit vielfältige Ursachen für eine chronische Wunde - bezeichnet als Diabetisches Fußsyndrom. Hier ist die Mischung aller vorgenannten Ursachen in Kombination mit einer durch die Zuckerkrankheit verursachten Nervenerkrankung (diabetische Polyneuropathie) zu nennen.
Ein weiterer Grund für chronische Wunden ist in der Druckbelastung, gerade bei bettlägerigen Patienten oder bei querschnittsgelähmten Rollstuhlfahrern zu sehen, die durch Durchliege-Geschwüre (Dekubitus) beeinträchtigt werden. All diese Ursachen können zu einer chronischen Wunde führen, die einer speziellen Ursachenforschung (Diagnostik) und Behandlung (Therapie) bedarf. Im Klinikum Itzehoe werden im seit mehreren Jahren tätigen Wundzentrum die gängigen Verfahren der Wundbehandlung und Diagnostik angeboten. Die enge Verzahnung zwischen Gefäßchirurgie und Moderner Wundtherapie im Gefäßzentrum bietet optimale Voraussetzungen. Ausgebildetes Fachpersonal kann unter stationären, aber auch unter ambulanten Bedingungen auf ein komplettes Angebot des Modernen Wundmanagements zurückgreifen - mit dem Ziel, die Pflege und die Versorgung von Menschen mit chronischen Wunden zu optimieren, Ursachen zu erkennen, zu beseitigen und die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.
Unserer Angebote im Rahmen des Modernen Wundmanagements:
- Konventionelle Wundbehandlung mit allen gängigen Verbandsstoffen im Konzept der feucht-warmen Wundbehandlung
- Konventionelles Wunddebridement
- Unterdruckbehandlung im Rahmen der Vakuumtherapie unter stat. Bedingungen
- Gleichstrombehandlung, sowohl stat. als auch ambulant (Wound EL)
- Madentherapie durch steril gezüchtete Larven der Gattung Lucilia sericata
- Wundreinigung durch Ultraschallreinigung
- Gefäßchirurgische Basisdiagnostik
- Organisation der häuslichen Pflege und Versorgung (Überleitung)
- Vermittlung von Ernährungsberatung und Schmerztherapie
- Kontaktaufnahme mit der Orthopädietechnik
- Vorstellung in der Dermatologie/hautärztliche Mitbeurteilung
- Anbindung an das Steinburger Wundnetz
Diese Maßnahmen können bei chronischen Wunden als Folge der aufgeführten Erkrankungen angewendet werden:
- Offene Beine und Wundheilungsstörung bei arterieller Verschlusskrankheit (Schaufensterkrankheit)
- Venöse Durchblutungsstörungen bei höheren Stadien von Krampfadererkrankungen mit offenen Beinen, sowie Folgezuständen nach Thrombosen (Ulcus cruris)
- Diabetisches Fußsyndrom
- Dekubitalgeschwüre (Durchliege-Geschwüre)
- Folgen von Hauterkrankungen mit offenen Wunden
- Folgezustände nach geplant offener Wundbehandlung nach operativen Eingriffen jeglicher Art
- Versorgung von tumorbedingten Wunden nach z. B. Brustkrebserkrankungen
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Vakuumtherapie
Das diabetische Fußsyndrom
Mehrere Ursachen führen zu Veränderungen an den Füßen, die letztendlich als Diabetisches Fußsyndrom zusammengefasst werden. Neben offenen Geschwüren können ebenfalls Nagelbetterkrankungen bis hin zu lebensbedrohlichen Infektionen der Füße, sowie Fußfehlstellungen zum diabetischen Fußsyndrom gehören. Als Ursachen kann bei einem Menschen mit Diabetes mellitus die durch den Diabetes ausgelöste Nervenerkrankung (diabetische Polyneuropathie) zu einer Schädigung von entsprechenden Nerven führen. Andererseits kann eine Minderdurchblutung durch Beeinträchtigung der Schlagaderdurchblutung die Entstehung von offenen Füßen fördern. In einem großen Prozentsatz sind aber auch Mischformen möglich. Die Folge bei nicht erkannten oder nicht behandeltem diabetischem Fußsyndrom kann im Extremfall die Amputation auch großer Gliedmaßenabschnitte bedeuten. In Deutschland wurden im Jahr 2004 ca. 42.000 stationäre Amputationen bei Diabetespatienten durchgeführt. Hier handelt es sich um 66 % aller überhaupt durchgeführten Amputationen.
Dieses gilt es durch eine entsprechende Diagnostik und Therapie der Ursachen zu verhindern.
Somit ist es nicht nur wichtig, die konservative Wundbehandlung durch entsprechende Schuhversorgung und Entlastung der betroffenen Extremitäten zu unterstützen, sondern auch die Ursache für die Beschwerden zu erfassen. Im Verlauf kann dann auch eine gefäßchirurgische Maßnahme zur Durchblutungsverbesserung einer Extremität notwendig werden, wobei es sich hier um Bypassversorgungen bis hin auf den Fuß, als auch um radiologische Interventionen (Ballonaufdehnung und Stentimplantation) handeln kann.
Nur die enge Zusammenarbeit im Gefäßzentrum zwischen Wundtherapeuten, Gefäßchirurgen, Diabetologen, Neurologen, Orthopäden, Podologen und Orthopädietechnik kann letztlich zum Erfolg der Wundbehandlung führen.
Venöse Durchblutungsstörungen
Krampfadern (Varizen) und Thrombosen (stattgehabte Verstopfungen von tiefen Venen) führen zu Abflussstörungen des venösen Kreislaufes. Während einerseits eine Fehlzirkulation durch defekte Ventile zu einer Stauung eines Beines führen kann, sorgt andererseits die thrombotische Abflussbehinderung für Druckerhöhung in der Extremität. Das Ergebnis dieser Störungen kann in beiden Fällen in einem offenen Bein enden. Die Behandlung des Krampfaderleidens sollte in der Regel vor der Entstehung eines offenen Beines und einer chronischen Wunde erfolgen. Insofern ist es wichtig, rechtzeitig eine Maßnahme zur Behandlung zu ergreifen. Dieses ist einerseits durch eine operative Entfernung der Krampfadern möglich, andererseits aber auch durch eine konsequent durchgeführte Kompressionstherapie durch Gummistrümpfe. Bei dem Vorliegen eines postthrombotischen Syndroms, also nach einer durchlaufenen Thrombose, bleibt in der Regel nur die konsequente Kompressionsbehandlung und die Ausnutzung aller Möglichkeiten der modernen Wundbehandlung. In Ausnahmefällen sind aber auch operative Eingriffe (Faszienspaltung) möglich, um die venöse Durchblutungssituation des Unterschenkels zu verbessern. Idealerweise sollte die Entstehung von offenen Beinen verhindert werden. Wir verweisen hier auch auf unsere Information auf der Seite der Gefäßchirurgie und des Venenzentrums in Glückstadt.
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Ultraschallreinigung einer chronischen Wunde
Arterielle Verschlusserkrankung
Während die arterielle Verschlusserkrankung im Anfangsstadium noch als Schaufensterkrankheit etwas verharmlosend dargestellt werden kann, handelt es sich in den höheren Stadien der Erkrankung um bedrohliche Zustände, die durchaus die betroffenen Extremitäten gefährden.
Hier kann es sich einerseits um Ulcerationen und offene Stellen an den Füßen oder Unterschenkeln handeln, aber auch um schon abgestorbene Zehen oder Füße. Das nicht Abheilen dieser Veränderungen muss zu einer Diagnostik des Schlagadergefäßsystems führen, um rechtzeitig Gefäßveränderungen zu erkennen, die letztlich auch einer Behandlung zugänglich gemacht werden müssen.
Hier ist einerseits die operative Versorgung durch die Anlage von Bypässen zu nennen, wobei einerseits körpereigenes Material (Vene) aber auch Kunststoff angewendet werden kann. Des Weiteren sind Aufdehnungen und Stentimplantationen auch im Unterschenkelbereich möglich, um die Durchblutungssituation einer Extremität zu verbessern und damit die Wundversorgung zum Erfolg zu führen. Nur so können Extremitäten erhalten werden. Auch bei diesem Krankheitsbild kommt es auf die enge Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Fachdisziplinen aus Internisten, Kardiologen, Gefäßchirurgen und Diabetologen an, um dem betroffenen Menschen umfassend zu behandeln. Wir verweisen hierzu auch auf die Seite der Gefäßchirurgie und des Gefäßzentrums.
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Elektrostimulation (Wound EL)
Dekubitus-Durchliegegeschwüre
Nicht nur bei bettlägerigen älteren Menschen kann es zu Durchliegegeschwüren kommen.
Auch junge mobile Menschen erleiden unter bestimmten Voraussetzungen durch Druckbelastung offene Wunden.
Hierzu zählen Nervenerkrankungen im Rahmen der Zuckerkrankheit oder Querschnittslähmungen, die die Schmerzempfindung herabsetzen, so dass Fehlbelastungen durch Druck nicht als Schmerz wahrgenommen werden.
Folgen sind Wunden am Steiss ober an den Belastungszonen der Füße.
Je nach Befund und Gesundheitszustand des Menschen kommen verschiedene Verfahren des Wundmanagementes zur Anwendung.
Neben Druckentlastung durch entsprechende Schuhversorgung kommen im stationären Bereich alle pflegerischen Maßnahmen zur Decubitusverhinderung zum Einsatz.
Auch an plastisch-chirurgische Maßnahmen ist zu denken, um Defekte zum Verschluss und damit zur Abheilung zu bringen.
Oberstes Ziel muss es natürlich sein, die Entstehung druckbedingter Wunden zu verhindern!
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Biochirurgie durch Madenanwendung
Hauterkrankungen
Diverse Hautveränderungen gehen mit einer Zerstörung der intakten Haut einher.
Einerseits müssen spezielle dermatologische Verfahren und Therapien durchgeführt werden, andererseits können auch hier die Prinzipien der modernen Wundbehandlung eingesetzt werden.
Allerdings sind spezielle Hauterkrankungen zu diagnostizieren, die nicht chirurgisch behandelt werden können.
Zu denken wäre an die verschiedenen Formen der Vaskulitis und das Pyoderma gangränosum und viele andere mehr.
Hier ist der enge Kontakt zur Dermatologie und zu spezialisierten Zentren wichtig.
Geplante offene Wundbehandlung
In der chirurgischen Behandlung bleibt es nicht aus, dass Wunden geplant offen gelassen werden müssen oder im Verlauf der Heilung eröffnet werden, um dann offen weiter behandelt zu werden.
Zu denken ist an die Versorgung von Vereiterungen (Abszess) oder allgemeine Wundheilungsstörungen nach Operationen.
Auch hier werden die modernen Verfahren zur Wundbehandlung eingesetzt, um eine schnelle Abheilung der Wunden zu erzielen.
Palliativversorgung von tumorbedingten Wunden
Auch die Versorgung von Menschen mit tumorbedingten Wunden gehört in das
moderne Wundmanagement.
Der besonderen Situation eines durch die Haut gewachsenen Tumors muss entsprechend Rechnung getragen werden.
Durch besondere Verbandsanordnungen und entsprechende Verbandsstoffe zur Sekretaufnahme und Geruchsbindung kann die Lebensqualität der Menschen mit diesen belastenden Wunden verbessert werden.




